Bild des ÜbergangsNachdem der Geist den Körper verlassen hat, erscheint auf dem verstorbenen Gesicht ein eigentümlich berührendes Lächeln. Dieses Lächeln ist letztlich undeutbar, denn es weist über das Bekannte hinaus. Aber es rührt ein tiefes Gefühl von Frieden an. Oft sind kurz zuvor noch Schmerzen und Leid da gewesen, vielleicht aber auch das pralle Leben. Wenn es soweit ist, löst sich auf einmal der Griff und der Körper entspannt sich in dieses weit tragende Lächeln. Die Gesichtszüge liegen unendlich entspannt, wie befreit. Eine Totenmaske bildet dieses soeben verstorbene Gesicht ab und bewahrt es in einem plastischen Bild. Auch all die Falten und Furchen in der Haut, bilden sich in ihr ab wie eine Zeichnung von der Geschichte eines Lebens. In Gips, Keramik, Zement oder Bronze gegossen ist eine Totenmaske wie das Festhalten des kurzen Moments des Übergangs aus dem Körper hinaus… Es ist gut, sich bewusst zu halten, dass eine Totenmaske kein Erinnerungsbild an den lebenden Menschen ist, sondern eine Vergegenwärtigung des Friedens im Tod. So betrachtet kann eine Totenmaske hilfreich sein bei der Trauer. Der schmerzende Verlust verbindet sich mit dem Anblick des Übergangs in ein unbekanntes, friedvolles Darüberhinaus… Außerdem ist jede Totenmaske immer auch ein Memento mori. Denn wohin sie weist, da werden auch wir sein. |


